Physio-

therapie

Das Ziel der Hundephysiotherapie ist eine verbesserte Lebensqualität bis ins hohe Alter des Hundes, vor allem

  • Schmerzfreiheit/ -linderung

  • Wiederherstellen natürlicher Bewegungsabläufe

  • Verbessern von Kraft, Ausdauer, Koordination

  • Alten Hunden Freude an der Bewegung erhalten

  • Verbesserung der Lebensqualität

 

Hundephysio ist sehr effektiv bei systematischem Vorgehen

 

Grundsätzlich bietet sich die Abfolge dieser sechs Schritte an:

  1. Situationserfassung und ausführliche Untersuchung des Hundes
    • ein ausführliches Vorgespräch (sog. Anamnese)
    • eine Video-Gangbildanalyse
    • eine manuelle Untersuchung der Gelenke, Muskulatur, etc
     

  2. fundierte Befundauswertung und Dokumentation
     

  3. Ausarbeitung eines Therapieplans, individuell auf den Patienten-Hund zugeschnitten
     

  4. Anwendung der geeigneten physiotherapeutischen Maßnahmen
     

  5. Schulung der Hundehalter
     

  6. Folgeuntersuchungen

    • Beobachtung und Dokumentation der Therapieergebnisse

    • Falls erforderlich Anpassung es Therapieplans

 

Unterschiede zwischen Hundephysiotherapie und der Physiotherapie am Menschen

 

Was macht den Unterschied zwischen der Physiotherapie für Hunde und beim Menschen aus? Die Tierphysiotherapie lehnt sich in ihrer Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten an die Humanphysiotherapie an.

 

Der Mensch gibt mir die verbale Hilfe, die beim Hund vollständig entfällt.

Das bedeutet, der Hundephysiotherapeut muss ein guter Diagnostiker sein. Wenn beispielsweise der Rücken schmerzt, kann das sehr viele Gründe haben. Neben der Muskulatur und dem Skelettsystems können auch verschiedene innere Organe als Ursache in Betracht gezogen werden.

 

Eine Grundlage der Hundephysiotherapie ist die Kunst des Spürens. Es bedarf jahrelanger Erfahrung, um zu ertasten, was Muskulatur, Bänder, Faszien und Gelenke über den Bewegungsapparat des Hundes erzählen. Die übrigen Sinne konzentrieren sich dabei auf die Reaktionen und Zeichen des Tieres während der Untersuchung, bzw. der Therapie.

 

Zudem sind die Hunde nicht immer bereit zu kooperieren, besonders wenn sie gestresst sind oder Angst haben.

In solchen Situationen kann dann nicht sofort mit der Untersuchung oder der Behandlung begonnen werden.

 

Diese tägliche Detektivarbeit und das Wissen um die komplexen Zusammenhänge aller Strukturen macht den Beruf der Hundephysiotherapeutin so spannend und großartig.

 

 

Wie ist der Ablauf der ersten Untersuchung?

Zunächst erfolgt ein genaues Vorgespräch, welchem eine gründliche Anamnese folgt. Es wird eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands gemacht. In dieser Zeit kann Ihr Hund erst einmal in Ruhe in der Praxis ankommen, sodass er Zeit bekommt und sich die erste Aufregung legen kann.

 

Dann erfolgt eine Gangbild-Analyse, die ich aufzeichne und die wir im Anschluss gemeinsam in Zeitlupe begutachten und analysieren.

 

Danach führe ich eine sehr gründliche Untersuchung Ihres Hundes zunächst im Stand, anschließend im Liegen durch. Hierbei werden Muskulatur, Wirbelsäule, Bänder und Gelenke auf Schmerz und Bewegungsfähigkeit überprüft.

 

 

Was untersucht der Physiotherapeut am Hund?

 

Jedes Gewebe, jeder Muskel hat einen Spannungszustand, eine Grundspannung, damit das Knochengerüst stabil gehalten werden kann und sich harmonisch fortbewegen kann.

 

Stimmt hier irgendetwas nicht, zeigt sich das sehr lange Zeit für den Hundebesitzer zunächst noch nicht. Der Hund ist in der Lage, über einen sehr langen Zeitraum eine Schonhaltung einzunehmen, die dem Besitzer verborgen bleibt. Irgendwann, und vor allem scheinbar plötzlich und unerwartet fällt dem Besitzer dann auf, dass der Hund zum Beispiel lahmt, beim Berühren des Rückens immer zuckt oder nicht mehr die Treppe gehen möchte, die Gassi Runde immer freudloser geht, oder nicht mehr ins Auto springt

Nicht selten zeigt der Hund nur über veränderte Atmung, dass er bereits Schmerzen hat, oder er weicht einfach nur dem gut gemeinten Streicheln durch Menschenhand aus.

Das Gewebe signalisiert dem Physiotherapeuten in der Untersuchung schon sehr früh, lange bevor dem Besitzer an seinem Hund etwas auffällt, dass etwas nicht stimmt, oder sich der Hund bereits längst in der Schmerz-Spirale befindet.

 

Ich suche als Physiotherapeutin nach Asymmetrien in der Muskulatur, Verhärtungen, Verdickungen, Knotenbildungen in der Muskulatur, unterschiedlichen Höhen und Stellungen an Knochen-Orientierungspunkten, Auffälligkeiten und Einschränkungen an der Wirbelsäule, evt. Zeichen einer Spondylose oder sonstigen Erkrankungen der Wirbelsäule und Bandscheiben. Die Gelenke werden auf Einschränkungen jeglicher Art untersucht, das Bestehen von Arthrose Anzeichen in den Gelenken wird geprüft. Ebenso suche ich nach Überlastungsanzeichen an Sehnen und Bändern, einschließlich Kreuzbänder und Menisken.

 

Ob Verletzungen, Abnutzungserscheinungen, Überlastungen, Muskelschmerzen, Gelenkprobleme – sämtliche Strukturen an Knochen, Muskeln, Faszien, Sehnen und Bändern und Organen erzählen ihre Geschichten ...

... lange bevor wir es sehen!

 

 

Die genaue Diagnose

 

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt in der Physiotherapie ist die Unvoreingenommenheit; die Fähigkeit den Hund ganzheitlich zu betrachten.

 

Das bedeutet:
Selbst wenn ein berechtigter Verdacht besteht, dass eine bestimmte Struktur geschädigt sein könnte, ist die Diagnostik erst abgeschlossen, wenn alle Strukturen betrachtet und alle Auffälligkeiten zusammengetragen wurden.

Erst die Betrachtung des Gesamtbildes ermöglicht zuverlässig die genaue Diagnose.

 

Ich habe unter Anderem in Berlin mein Studium der Hundephysiotherapie absolviert und der Leitsatz meines Dozenten war:

 

Ohne genaue Diagnose keine genaue Therapie! 

 

 

Dieser Satz begleitet mich bis heute bei jeder Befundung.

Manchmal zeigt sich sogar erst unter der Behandlung ein weiteres Geschehen, was von anderen Symptomen überlagert wurde.

Kein Befund und kein Hund gleicht dem anderen!

 

Ich lege in meiner Praxis für Hundephysiotherapie auch sehr viel Wert auf die gute Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt.

Gerade in der Nachsorge von Operationen ist es wichtig, ein gutes Team zu bilden, um beste Versorgung für Ihren Hund zu gewährleisten. Durch Teamwork, also die fachübergreifende Vernetzung bestehend aus Ihnen, als Besitzer, Ihrem Tierarzt, und meiner Physiotherapie, schaffen wir gemeinsam für Ihren Hund wieder Lebensqualität und damit Freude an Bewegung.

 

 

Wie läuft die physiotherapeutische Behandlung am Hund ab?

 

Die Behandlung beim Hund wird individuell gestaltet und hängt von seinen Problemen ab. Ihr Hund bekommt eine individuell auf ihn zugeschnittene Therapie. Alle Maßnahmen werden zielgerichtet ausgesucht, damit es Ihrem Hund schnellstmöglich besser geht.

 

Es kommt auch darauf an, welche Ursache vorliegt.

Handelt es sich um eine akute oder chronische Erkrankung?

Die Situation nach einer Operation?

Eine chronische Fehlhaltung?

Schmerzen z.B. durch Arthrose oder Spondylose?

Es werden Muskulatur und Faszien durch Massagen, Streichungen, Lymphdrainagen, Wärme, Trigger- und Stresspunktbehandlung vorbereitet, gelockert und gedehnt. Gelenke werden durch Manuelle Therapie mobilisiert.

 

Außerdem setze ich gerne die Lasertherapie und die Akupunktur als unterstützende Maßnahmen ein. Lokale Muskelverhärtungen sind oftmals Ursache für Schmerzen in der Muskulatur und können durch Einstechen der Akupunkturnadeln sehr effektiv behandelt werden. Auch hier gilt die Devise:

 

Ohne genaue Diagnose keine genaue Therapie!